Christen in Kurdistan, Hoffnung auf Frieden?

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Kurdische Kämpfer der Peshmerga, die ein Kreuz auf dem höchsten Punkt eines vor kurzem befreiten christlichen Dorf aufstellen, welches seit 2 Jahren unter Kontrolle des IS war.

DIESSEITSJOURNAL –  Minderheiten, Krieg, Deportation. Recherchiert man im Internet nach Christen im Irak, im Iran, in Syrien oder in der Türkei, so stoßt man mit Sicherheit auf diese Schlagwörter. Schlagwörter, die das Grauen der Christen beschreiben. Das Grauen jener, die umzingelt von andersdenkenden als Feindbild gelten.

Nordirak: Kurdische Kämpfer der Peshmerga starten eine Offensive zu einem Dorf, welches seit 2 Jahren vom sogenannten «Islamischen Staat»(IS) belagert wird. Dieses Dorf war zuvor mehrheitlich von Christen bewohnt – bis der IS kam. Nach dem die Kurden das Dorf befreit hatten, stellten Peshmerga-Kräfte auf dem höchsten Gebäude des Dorfes ein Christenkreuz auf. Vor der Kamera posieren diese mit einem Peacezeichen. Man hört rufen: „Hoch lebe der Widerstand. Nieder mit dem IS“.

Nordsyrien: Kurdische Kämpfer bei den „Demokratischen Kräfte Syriens“ stürmen ein Dorf, welches seit 2014 vom IS belagert wird. Es kommt zu schweren Gefechten. 7 IS-Kämpfer werden getötet, 2 Kurden erlegen später an ihren Verletzungen. Bei dieser Offensive wurden 14 christliche Geiseln befreit und in Sicherheit gebracht.

Die Christen im Mittleren Osten leben meistens unter schlechten Bedingungen. Neben den mehrheitlich muslimischen Staaten sind diese eine Minderheit, die genau wie auch andere Minderheiten(z.B. die Eziden) Diskriminierung, Hass und Gewalt ausgesetzt sind.  Doch einen Hoffnungsschimmer gibt es: die Kurden. Die Kurden sind mehrheitlich demokratisch, links  orientiert. Somit sind diese überwiegend gleicher Gesinnung wie die Christen und haben das gleiche Ziel: Freiheit, Frieden und Anerkennung.

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Deshalb flüchten viele Christen des mittleren Osten in die kurdischen Gebiete. Nun sind die Christen Teil der kurdischen Selbstverwaltungen, ihrer Armeen und spielen eine große Rolle bei dem Aufbau des gesellschaftlichen Leben. Eine Seltenheit, die der vollen Realität entspricht. Neben Terror und Hass wird ein demokratisches System aufgebaut, welches  jeder Person und das mitten in einem Kriegsstaat die gleichen rechte ermöglicht. Es klingt zu gut um wahr zu sein. Nordsyrien(Rojava) und Nordirak(Basur: kurdische Autonomie Region) sind der Beweis.

Auch im türkischen Teil und im iranischen Teil Kurdistans entspricht dies der Realität. In den beiden genannten Staaten werden die Rechte von Minderheiten, vor allem von Christen, nur halbherzig gewährt. Doch die dort lebenden Kurden, die selbst unter Diskriminierung, Hass und Gewalt leiden, setzen sich gemeinsam mit Christen für mehr Rechte ein. Das obwohl die Christen im Vergleich zu den Kurden überaus unterbesetzt sind. Das scheint aber für die Kurden kein Problem zu sein. Beide arbeiten ranghoch in kurdischen Parteien zusammen. Unterschiede werden nicht gemacht. Gemeinsam möchte man seinem Ziel etwas näher kommen.

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In Zusammenarbeit mit Rojava News

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