So treibt Erdogan die Türkei in das Chaos

​Erneut erschüttern Anschläge die Türkei. Diesmal in Istanbul, viele Polizisten sterben. Doch wie kann das sein?

Erdogan geht seit längerer Zeit im Südosten der Türken, dem Kurdengebiet, stark gegen die kurdische Bevölkerung vor. Diese sehnt sich nach Autonomie und Gerechtigkeit, welche sie laut ihren eigenen Aussagen nicht von der türkischen Regierung gewährt bekommt. Diese Gefechte haben viele Opfer mit sich gebracht, hauptsächlich kurdische Jugendliche, die ihre Existenz in Gefahr sahen und deshalb Widerstand gegen das Militär leisteten. Bei diesen Gefechten ging die türkische Armee alles andere als vorsichtig vor. Türkische Kampfjets hatten ganze Viertel zerstört, dabei starben Dutzende Zivilisten. Artilleriefeuer war in vielen kurdischen Städten permanent zu hören – das Trommelfeuer wurde zur Normalität, genau wie die lang anhaltenden Ausgangssperren. Die türkische Regierung hatte mit voller härte versucht gegen die kurdische Forderung auf mehr Rechte vorzugehen. Die zig Panzer und Soldaten in den Städten symbolisierten dies. Dabei haben mehrere Hundert Menschen ihr Leben verloren, darunter fast ausschließlich Zivilisten. 

In den kurdischen Städten, in denen die Ausgangssperren verhängt wurden, hatte die Bevölkerung hauptsächlich für die linke kurdische Partei HDP gestimmt, welche als Hoffnungsschimmer für alle Minderheiten in der Türkei gilt. Die türkische Regierung sieht diese Partei als große Gefahr, denn diese hat Erdogans Plan der Präsidialdiktatur gekreuzt. Vor Kurzem kam dann der große Schlag. Die türkische Regierung ließ fast alle Parlamentsabgeordneten der HDP verhaften, darunter die prominenten Politiker Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag(hierhier). Viele kurdische Politiker waren gezwungen das Land zu verlassen und hatten woanders Asylanträge gestellt. Die Bürgermeister der kurdischen Städte wurden verhaftet und durch Zwangsverwalter ersetzt(hier). Den meisten demokratisch gewählten Volksvertretern wurde mit sofortiger Wirkung das Amt entzogen. Daraufhin hatte die HDP ihre Arbeit im Parlament eingestellt(hier). Ein Ereigniss, welches den Kurden mit sofortiger Wirkung die Hoffnung auf einen friedlichen Weg auf Freiheit nahm. 

Seit dem die türkische Regierung den Waffenstillstand mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK für beendet erklärte und gegen das kurdische Volk mit aller Härte vorging, haben sich die Anschläge stark vermehrt. Die Türkei ist von dem modernen Staat, der dabei war, den Kurden entgegen zu kommen und mit ihnen zu verhandeln, in den Bürgerkrieg gesunken. Schuld dafür ist Erdogans Politik, mit der er mit allen Mitteln Wähler für seine Partei erkämpfen will. Er sah, dass eine friedliche Lösung mit den Kurden seiner Partei die Wähler nimmt. Schnell war verstanden, was gewollt war: eine aggressive Vorgehensweise. Man wollte die Macht der Türkei präsentieren. Dadurch konnte Erdogan viele Wähler gewinnen. Seine Anhänger vergöttern ihn nun. Erdogan hat sein Ziel erreicht, dadurch jedoch das Land ins Chaos getrieben. Es ist nicht weit hergenommen, wenn man von einem Zustand des Bürgerkrieges(hier) redet.

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